Werke im Aussenraum

Die Skulpturen der Emanuel Hoffmann-Stifung rund um Basel.

Richard Serra

Open Field Vertical/Horizontal Elevations (for Breughel and Martin Schwander) 1979–1980

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Richard Serra, Open Field Vertical/Horizontal Elevations (for Breughel and Martin Schwander), 1979–1980, Standort: Wenkenpark, Riehen bei Basel, © 2015, Pro Litteris, Zurich, Foto: Tom Bisig

Richard Serras (*1939 in den USA) kolossale Plastiken stellen als ortsspezifische und schwergewichtige Setzungen eine ästhetische Reaktion auf landschaftliche und topografische Gegebenheiten dar. Open Field Vertical/Horizontal Elevations (for Breughel and Martin Schwander) entstand von 1979 bis 1980 als Auftragsarbeit für die Ausstellung «Skulptur im 20. Jahrhundert» im Wenkenpark in Riehen. Das unspektakuläre und ungewöhnlich subtile Werk besteht aus zehn geschmiedeten Stahlquadern von jeweils fast zweieinhalb Tonnen Gewicht, die an ausgesuchten topografischen Punkten in der Parklandschaft platziert sind. Die einzelnen Standorte bestimmte Serra mithilfe einer Karte und durch wiederholtes Abschreiten des Geländes. Die Arbeit hat keinen definierten Betrachterstandpunkt. Vielmehr geht es um die vorsichtige Erschliessung eines Beziehungsgefüges, das sich über eine Fläche von rund 9500 Quadratmetern erstreckt. Im Abschreiten des Hangs bringt der Betrachter in Erfahrung, dass der Raum keine unabhängig vom Menschen gegebene Grösse ist, sondern von ihm selbst aktiv generiert, modifiziert und konstruiert wird.

Standort: Wenkenpark Riehen.
Die Installation ist durchgehend zugänglich.

Spaziergang und Tour

Anreise mit dem öffentlichen Verkehr
Tramlinie 6 Richtung «Riehen Grenze» bis Haltestelle Bettingerstrasse
Buslinie 32 Richtung «Chrischonaklinik» bis Wenkenhof
zu Fuss in den Wenkenpark

Dieter Roth

Selbstturm; Löwenturm 1969–1998

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Dieter Roth, Selbstturm; Löwenturm, 1969/1970–1998, © Dieter Roth Estate

Unheimlich und doch vertraut wie eine aus der Zeit gefallene Erinnerungslandschaft, über der ein leicht säuerlicher Schokoladengeruch liegt, gibt sich der nahe beim Museum für Gegenwartskunst gelegene Raum mit Dieter Roths Selbstturm; Löwenturm. In zwei selbsttragenden, schichtweise aufgebauten Gestellen stapeln sich aus Schokolade und Zucker gegossene Selbst- und Löwenporträts. 1989 kaufte die Emanuel Hoffmann-Stiftung das Werk auf Anregung von Maja Oeri als unvollendetes künstlerisches Konzept an. Während Roth zunächst nur Figuren aus Schokolade goss, ergänzte er die Gussformen der Selbstporträts und Löwenbüsten ab 1985 um eine sphinxartige Mischform der beiden und begann mit verschiedenen Zuckersorten zu experimentieren.

Mit dem Werk Selbstturm; Löwenturm bietet die Ausstellung FUTURE PRESENT ausserhalb des Schaulagers einen Einblick in das Schaffen Dieter Roths. Eigens für die monumentale, doch dem stetigen Zerfall ausgesetzten Installation angemietet, gibt der ehemalige Werkraum des Künstlers eine der unkonventionellsten, ja kühnsten Erwerbungen der Emanuel Hoffmann-Stiftung preis.

Standort: Raum beim Museum für Gegenwartskunst
Der Raum ist nur mit Führung zugänglich. Kostenlose Führungen finden während der Dauer der Ausstellung jeweils am Sonntag um 14.30 Uhr statt. Teilnehmerzahl beschränkt.

Weitere Informationen und Anmeldung

Anreise mit dem öffentlichen Verkehr
Tramlinie 11 Richtung «St-Louis Grenze» bis Haltestelle Bankverein
Tramlinie 2 Richtung «Eglisee» bis Haltestelle Kunstmuseum zu Fuss via St. Alban-Vorstadt an den St. Alban-Rheinweg zum Museum für Gegenwartskunst

Enzo Cucchi

Ohne Titel 1984

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Enzo Cucchi, Ohne Titel, 1984, Standort: Botanischer Garten, Brüglingen/Basel, © Bruno Bischofberger, Switzerland

Enzo Cucchis (*1949 in Italien) Skulptur Ohne Titel entstand als Auftragsarbeit für die 1984 von Ernst Beyeler, Reinhold Hohl und Martin Schwander organisierte Ausstellung «Skulptur im 20. Jahrhundert» im Basler Merian-Park, die an die gleichnamige Ausstellung 1980 im Wenkenpark in Riehen anschloss. Für seine Skulptur verankerte Cucchi zwei aus Bronze gegossene, nahezu zwölf Meter lange Pfähle schräg in der Erde. Mit ihren ellipsoiden Aufsätzen erinnern sie an dünne Pilze, Schneckenfühler, Antennen oder – aufgrund ihrer rindenähnlichen Oberflächenstruktur – an verkohlte Baumstämme. Sie rufen archaische Bilder wach und evozieren Unbewusstes und Mythisches, was unterstrichen wird durch Totenköpfe, die den Pfählen wie Flechten anhaften und sich an einem der beiden Stämme, einer Himmelsleiter ähnlich, in einer Spirale emporwinden. In ihrer rohen, mächtigen Präsenz widerspiegelt die Skulptur die ungebändigte Energie der Naturgesetze und tritt in scharfen Kontrast zu der von Menschenhand gestalteten Natur des Parks.

Standort: Merian-Gärten, Basel (bei der Villa Merian)
Öffnungszeiten: täglich von 8 Uhr bis Sonnenuntergang

Spaziergang und Tour

Anreise mit dem öffentlichen Verkehr
Tramlinie 11 Richtung «St-Louis Grenze» bis Haltestelle Dreispitz
zu Fuss in die Merian Gärten via Eingang Brüglingerstrasse

Ilya Kabakov

Denkmal für einen verlorenen Handschuh 1998 (Detail)

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Ilya Kabakov, Denkmal für einen verlorenen Handschuh, 1998 (Detail), Standort: St. Alban-Rheinweg, Basel, © 2015, Pro Litteris, Zurich, Foto: Öffentliche Kunstsammlung Basel, Martin P. Bühler

Vor dem Museum für Gegenwartskunst in Basel am St. Alban-Rheinweg liegt ein verlorener roter Damenhandschuh unter Kastanienbäumen auf einem Kiesplatz in Sichtweite zum Rhein. Um ihn herum sind, gleich Notenständern für ein Konzert, neun Tafeln in einem Halbkreis angeordnet. Auf jeder Tafel gibt ein Text in vier Sprachen – deutsch, französisch, englisch und russisch – die Sicht einer Person auf diesen verlorenen Handschuh wieder. So erfährt der Betrachter in Ilya Kabakovs (*1933 in der Ukraine) Installation Denkmal für einen verlorenen Handschuh von Reisen verliebter Paare, vom Gefühl der Einsamkeit oder vom Ärger über öffentliche Unordnung – ausgelöst durch den liegen gebliebenen Handschuh. Die neun Texte erzeugen eine Vielstimmigkeit, die unterschiedliche innere Bilder, Erinnerungen und Sichtweisen zur Sprache bringt. Durch diese Geschichten wird der Passant aus seinen alltäglichen Routinehandlungen herausgerissen und – wenn er sich die Zeit nimmt – in die Gedankengänge eines anderen verwickelt.

Standort: Rheinpromenade vor dem Museum für Gegenwartskunst, Basel
Die Installation ist durchgehend zugänglich.

Spaziergang und Tour

Anreise mit dem öffentlichen Verkehr
Tramlinie 11 Richtung «St-Louis Grenze» bis Haltestelle Bankverein
Tramlinie 2 Richtung «Eglisee» bis Haltestelle Kunstmuseum zu Fuss via St. Alban-Vorstadt an den St. Alban-Rheinweg zum Museum für Gegenwartskunst

Jean Tinguely

Méta-Harmonie II 1979

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Méta-Harmonie II 1979, Standort: Museum Tinguely, Basel, © 2015, Pro Litteris, Zurich, Foto: Bisig & Bayer, Basel

Jean Tinguelys (1925–1991) Skulptur Méta-Harmonie II ist seit 1996 als Dauerleihgabe im Museum Tinguely installiert. Die monumentale, dreiteilige Konstruktion auf Rollen ist knapp sieben Meter lang und vier Meter hoch und bietet ein eindrückliches Beispiel von Tinguelys aus Schrott zusammengebauten, Klang und Bewegung generierenden Installationen. In der von Tinguely als «Ton-Mischmaschine» bezeichneten Méta-Harmonie II spielen mehrere Dutzend Räder verschiedener Grösse und Materialien zusammen. In die Skulptur integriert sind zudem abgenützte Musikinstrumente, darunter ein Klavier, Trommeln oder Plastikkeyboards, die von Stäben, Rädern und Puppen bespielt werden, die wiederum von Motoren und Keilriemen angetrieben sind. Durch die unterschiedlich gemächlich rotierenden Räder entsteht ein zufällig generierter Klangteppich.

Standort: Museum Tinguely, Basel
Zugänglich mit einem gültigen Eintrittsticket für das Museum Tinguely

Anreise mit dem öffentlichen Verkehr
Tramlinie 11 Richtung «St-Louis Grenze» bis Haltestelle Dreispitz
Buslinie 36 Richtung «Kleinhüningen (Basel)» bis Haltestelle Tinguely-Museum


Die Creditline für alle Werke lautet Emanuel Hoffmann-Stiftung, Depositum in der Öffentlichen Kunstsammlung Basel